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Aktuelles: Nichts als die Wahrheit?

Ringvorlesung des ?Zentrums für Klassikstudien“ zu Schein und Sein in Philosophie, Literatur und Kunst

07. Oktober 2021, von Margit Scheid

Die Ringvorlesung ?Nichts als die Wahrheit? Schein und Sein in Philosophie, Literatur und Kunst“ besch?ftigt sich im Wintersemester 2021/22 in einer Folge von zw?lf Vortr?gen insbesondere aus den Bereichen der Philosophie, Literatur- und Kunstwissenschaften mit dem seit der Antike virulenten Spannungsfeld von Sein und Wahrheit auf der einen sowie Schein, T?uschung und Lüge auf der anderen Seite.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 28. Oktober 2021 (18.15 Uhr, H 22), ein Gastvortrag von Christoph Horn, Professor an der Universit?t Bonn und durch zahlreiche Publikationen international ausgewiesener Kenner der antiken wie nachantiken Philosophie. Er besch?ftigt sich mit der grundlegenden Frage ?Was ist Wahrheit? Eine kurze Geschichte philosophischer Wahrheitstheorien“. Die übrigen Vortr?ge folgen ab dem 10. November im w?chentlichen Rhythmus jeweils mittwochs, 18.15 Uhr, im H?rsaal H 22 (zentrales H?rsaalgeb?ude der Universit?t).

Das Spannungsfeld von Sein und Wahrheit auf der einen Seite sowie Schein, T?uschung und Lüge auf der anderen ist ein Grundproblem der europ?ischen Philosophie, Literatur und Kunst. Bereits in der griechischen Antike wurde zum ersten Mal ein dezidierter Wahrheitsbegriff formuliert. Schon in dieser ersten Phase des europ?ischen Denkens war die Wahrheit durch ihren Zusammenhang mit den Ph?nomenen des Scheins, der T?uschung und Lüge bestimmt. So rückten unter anderem Parmenides und Platon den Unterschied von Sein und Schein in das Zentrum ihres Philosophierens. Zugleich zeigte sich seit der Antike bis in die Neuzeit das Sch?ne in seinen literarischen und künstlerischen Ausgestaltungen immer wieder eng verbunden mit den Erscheinungen des Wahren und Guten, so z.B. bei Homer und Thukydides, aber auch in der Architektur und im Portr?t. 百利宫_百利宫娱乐平台¥官网e Perspektive ger?t sp?testens in der Moderne in eine Krise: Einerseits kommt hier so etwas wie eine ?sthetik des H?sslichen auf, die nicht mehr im Sch?nen, sondern im Entstellten das Wahre entdeckt; andererseits entsteht nicht zuletzt die Ph?nomenologie als neue philosophische Denkstr?mung, die im Schein als solchem Sein und Wahrheit erkennt. Konfrontiert mit dem exklusiven Wahrheitsanspruch empirischer und mathematisch fundierter Naturwissenschaft, aber auch dem grundlegenden Hinterfragen der M?glichkeit von Erkenntnis in dekonstruktivistischen und poststrukturalistischen Str?mungen, steht die Vorstellung einer ?Wahrheit‘ heute vor existentiellen Herausforderungen.

 

Die weiteren Termine: jeweils mittwochs 18.15 Uhr, H22

(mit Ausnahme des ersten  Vortrags am Donnerstag, 28.10.)

28.10.2021

Christoph Horn (Bonn)

Was ist Wahrheit? Eine kurze Geschichte philosophischer Wahrheitstheorien

10.11.2021

Sergiusz Kazmierski (Regensburg)

Unterwegs zur Wahrheit. Sein und Schein bei Parmenides

17.11.2021

J?rg Trempler (Passau)

Wahrheit aus der Zeichnung. Antike Geometrie und Erkenntnis

24.11.2021

Julia Selzer (Zürich)

Reflexionen des Unverborgenen in der Architekturtheorie des 19. Jahrhunderts

01.12.2021

Chistian Kunze (Regensburg)

Zwischen Abbild und Stilisierung. Das Portr?t der r?mischen Republik als Modellfall

08.12.2021

Georg Rechenauer (Regensburg) 

Von der Macht der Wahrheit zur Wahrheit der Macht: Rechtfertigungsmodelle politischen Handelns von Homer bis Thukydides

15.12.2021

Ralf Lüfter (Bozen)

Utopie der Wahrheit. Denken und Dichten

12.01.2022

Benedikt Strobel (Trier)

Platon über die Differenz von Sein und Schein im "Sophistes" 

19.01.2022

Petra Lohmann (Siegen)

Das Gefühl als Grund aller Realit?t. Zum Verh?ltnis von Sein und Schein in J. G. Fichtes Wissenschaftslehre

26.01.2022

Lilian Haberer (K?ln) 

Konstruiert oder projiziert? Bilderscheinungen zwischen Sichtbarkeit und Wahrheit

02.02.2022

Anton Bierl (Basel) 

Odysseus als "Ma?tre de vérité" und Meister der Lüge

09.02.2022

Thierry Greub (Wien)

Rembrandts "Nachtwache": ?ber Wahrheit und Lüge im au?enpolitischen Sinne

Veranstaltungsort

 

Universit?t Regensburg, H22

Kontakt aufnehmen

Prof. Dr. Dirk Steuernagel

Universit?t Regensburg – Fakult?t Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften - Institut für Klassische Arch?ologie
Tel.: +49 (0)941 943 3155 oder Sekretariat -3756
E-Mail: dirk.steuernagel@psk.uni-regensburg.de

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