Am 25. 10.2024 fand in den R?umlichkeiten der Kanzlei DOMBERT in Potsdam der Pre
Moot Court der VIII. Edition des ELSA Deutschland Verwaltungsrechts Moot Courts
(EDVMC) statt. Insgesamt neun Teams von verschiedenen Fakult?ten für Rechtswissenschaft nahmen an der Veranstaltung, die als Vorbereitung auf den Bundesentscheid vor dem Bundesverwaltungsgericht diente, teil. In Zusammenarbeit mit DOMBERT Rechtsanw?lte wurden eine mündliche Gerichtsverhandlungen über einen verwaltungs- und verfassungsrechtlichen Fall simuliert. Der fiktive Rechtsstreit handelt von einem Torfabbauverbot in dem fiktiven Bundesland L. Ein Torfabbauunternehmen m?chte hiergegen Klage erheben und die Genehmigung für den Abbau von Torf erlangen. Die Teilnehmenden hatten vor dem Pre Moot Court Zeit, um sich in den Fall einzuarbeiten und Schrifts?tze sowohl für die Kl?gerin als auch für die Beklagte zu verfassen. Jedes Team hatte in einer Vorrunde die M?glichkeit, vor einer Richterbank, die mit Anw?ltinnen und Anw?lten der Kanzlei DOMBERT besetzt war, unter realen Bedingungen zu verhandeln. Der vorsitzende Richter der fiktiven Verhandlungen, Ulf Domg?rgen, ehemaliger Vorsitzender Richter des Bundesverwaltungsgerichts, sowie die vorsitzende Richterin Judith Affeldt, Rechtsanw?ltin bei DOMBERT Rechtsanw?lte, sorgten für einen realit?tsgetreuen Ablauf der Verhandlungen. Nach dem jeweils ca. einstündigem Prozess bekamen die Teams eine umfangreiche und individuelle Bewertung.
Letztlich konnte sich das Team aus Halle (Saale) und das Team aus Regensburg für das Tagesfinale qualifizieren. Nach einer spannenden Finalrunde kürte der vorsitzende Richter und die Beisitzenden das Team aus Regensburg mit Elsa Nagl und Malik Fr?hler zu den Gewinnern des Tages. Die beiden konnten die Jury vor allem aufgrund ihrer Teamkompetenz in der mündlichen Verhandlungsführung überzeugen.
Nach der Bekanntgabe der Tagessieger verkündete die Jury, welche vier Teams sich für die finale Runde des Moot Courts vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig qualifizieren konnten. Die Auswahl wurde einzig anhand einer Bewertung der zuvor von jedem Team verfassten Schrifts?tze getroffen. Auch hier gelang es Elsa Nagl (Lehrstuhl Prof. Dr. Christoph Althammer) und Malik Fr?hler, an dem Bundesentschied am 13.12.2024 in Leipzig teilnehmen zu dürfen.
Die beiden Studierenden werden bei ihrer Teilnahme am EDVMC von Herrn Dr. Stefan Drechsler sowohl unterstützt als auch umf?nglich motiviert.
In diesem Sommersemester dürfen wir wieder die neuen Studierenden an der Fakult?t willkommen hei?en. Studiendekanin Prof. Dr. Claudia Mayer und Dekan Prof. Dr. Thorsten Kingreen sowie Studiengangskoordinatorin Dr. Petra Fexer begrü?ten unsere neuen Studierenden im Rahmen der Einführungstage.
An diesem warmen Sommernachmittag füllte sich der H24 wieder mit glücklichen und stolzen Personen. Examensabsolventinnen und -absolventen des Termins 2024/I sowie frischgebacke Doctores, deren Angeh?rige und Freunde trafen zahlreich ein, um gemeinsam mit Mitgliedern unserer Fakult?t ihre Erfolge zu feiern.
Nachdem durch Herrn Professor Walter den kürzlichen verstorbenen Emeriti, Herrn Prof. Dr. Dres. h.c. Friedrich-Christian Schroeder ?und Herrn Dr. Dr. h.c. Ekkehard Schumann gedacht wurde, übergab der ?Moderator“ der Feier, Dekan Professor Kingreen das Wort an den Vizepr?sidenten für Studium, Lehre und Weiterbildung, Professor Korber. Seinen Glückwünschen folgen die der Pr?sidentin des Landesjustizprüfungsamts, Ministerialdirigentin Freifrau Christine von Massenbach.
Marie-Louise Pakleppa, die zu den Jahrgangsbesten der gefeierten Absolventen-Kohorte z?hlt, lie? das Jurastudium in ihrer Rede kurzweilig Revue passieren. ?Im Anschluss daran erhielten nicht nur die rund 50 anwesenden erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen feierlich ihre Abschlussurkunden überreicht, auch die vier anwesenden Doctores wurden durch Forschungsdekan Prof. Dr. Hellgardt auf der Bühne geehrt.
Preise erhielten auf Seiten der Examensabsolventen Fabian Ehrhardt und Sarah Pommer (JZ-Preis für die Jahrgangsbesten des Termins 2024/I). Auf Seiten der Doctores hatten Dr. Samuel Gafus, Dr. Eray Gündüz und Dr. Augusto Wiegand-Cruz Grund zur Freude. Sie erhielten den allj?hrlich vom Alumniverein zur Verfügung gestellten Juratisbonapreis für besonders herausragende Leistungen von Doktoranden in H?he von jeweils 200 Euro. Neben dem Vorschlag durch das betreuende Mitglied des Lehrk?rpers ist für diese Auszeichnung eine Bewertung mit ?summa cum laude“ in allen Gutachten und Prüfungsteilen Voraussetzung.
Auch Lehrende wurden im Rahmen der Feierlichkeit ausgezeichnet: Studiendekanin Professor Mayer überreichte Herrn Professor Kühling für seine Vorlesung ?Datenschutzrecht“ und Herrn Rambach für seine ?Konversationsübung zur Vorlesung BGB II“ jeweils den Lehrpreis der Fakult?t für das SS 2024. Am Ende der Feier nahm Frau Vandijck ihren und den der abwesenden Kommilitonin Frau Rieger, Buchpreis des Dekans in Empfang, der ihnen für ihr gro?es Engagement in der Fachschaft und v.a. im Fakult?tsrat von Professor Kingreen mit Dankesworten überreicht wurde.
Den musikalischen Rahmen der Feierlichkeit bildete wieder sehr stimmungsvoll das Trio von JazzyMotion gemeinsam mit Professor Tischbirek am Tenorsaxophon.
Im Anschluss an den offiziellen Teil der Feier hatten alle Beteiligten die Gelegenheit, bei dem vom Alumniverein Juratisbona gesponserten und von der Fachschaft organisierten kalten Buffet im Foyer des H24 mit einem Glas Sekt oder einem Bier auf die Gefeierten anzusto?en.
Herzlichen Glückwunsch an unsere Absolventinnen und Absolventen, Doctores und Preistr?gerinnen und Preistr?ger und vielen Dank an alle, die an der Organisation und dem reibungslosen Ablauf der Veranstaltung beteiligt waren!
Ekkehard Schumann wurde am 28. Dezember 1931 in Leipzig geboren, wo er 1950 an der humanistischen Thomasschule das Abitur mit Bestnote ablegte. Die Aufnahme des Studiums an der Leipziger Universit?t wurde ihm gleichwohl versagt, da er gegenüber ?besser Qualifizierten“ – gemeint waren Tr?ger von SED- oder FDJ-Abzeichen – zurückzustehen hatte. Ekkehard Schumann geh?rte bereits w?hrend seiner Schulzeit einer Widerstandsgruppe der Jungen Gemeinde der Evangelischen Kirche an. Ihr blieb er verbunden, nachdem er an der Westberliner Freien Universit?t das Studium der Philosophie, Altphilologie und Germanistik aufgenommen hatte. 1951 verbreitete er als junger Student vor dem Leipziger Hauptbahnhof gegen das kommunistische Regime gerichtete Flugbl?tter und wurde festgenommen, gefoltert und schlie?lich zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, "Boykotthetze“ getrieben und ?durch Verbreitung tendenzi?ser Gerüchte den Frieden des deutschen Volkes gef?hrdet zu haben“. Nach eineinhalbj?hriger politischer Gefangenschaft – davon sechs Monate in Isolationseinzelhaft der Stasi – wurden Ekkehard Schumann und weitere Gefangene von Mitgliedern des ?Befreiungskomitees für die Opfer Totalit?rer Willkür“ unter Vorlage geschickt gef?lschter Entlassungspapiere befreit (vgl. zum Ganzen Ekkehard Schumann, Zeugnis des Widerstands, Der Monat 1953, S. 454 ff.). Die Flucht nach Westberlin endete glücklich. Die Gefahr einer Entführung durch Agenten des MfS machte es ihm dennoch unm?glich, an die FU zurückzukehren, und führte ihn nach München an die LMU.
Das Erlebte war für Ekkehard Schumann Anlass, sich hochschulpolitisch zu engagieren und das Studium der Rechtswissenschaft aufzunehmen. In der Vorlesung begeisterte Leo Rosenberg ihn für das Prozessrecht. Nach Studienaufenthalten in Zürich, London und Ann Arbor und im Anschluss an die Erste juristische Staatsprüfung wurde er wissenschaftlicher Assistent von Rudolf Pohle in München, mit dem er die Leipziger Herkunft teilte. Die Doktoranden Ekkehard Schuman, Roman Herzog und Andreas Heldrich verband in diesen Jahren die Referendar- und Assistentenzeit
und intensiver wissenschaftlicher Austausch. Auf die Promotion 1961 folgte 1967 die Habilitation mit einer Schrift zum Thema ?Prozessrecht und Methode“ für die F?cher Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Rechtsphilosophie. Im unmittelbaren Anschluss wurde Ekkehard Schumann auf den Lehrstuhl für Prozessrecht und Bürgerliches Recht an der neu gegründeten Universit?t Regensburg berufen. Auch dort blieb er sich als ?homo politicus“ (Max Stadler) treu.
Hervorhebung verdienen seine T?tigkeit als Landesvorsitzender des Hochschulverbandes und seine jahrzehntelange Mitgliedschaft im Bayerischen Senat, einem bis 1999 neben dem Bayerischen Landtag an der Landesgesetzgebung beteiligten Organ der Volksvertretung. Für sein politisches Engagement wurde Schumann mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1. Klasse und der Medaille der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. 1996 verlieh ihm die Universit?t Athen die Ehrendoktorwürde. Ekkehard Schumann war durch seinen Lehrer Rudolf Pohle in den wissenschaftlichen Austausch mit den griechischen Kollegen hineingewachsen und hatte ihn über Jahrzehnte fortgeführt und gepflegt. Als Hochschullehrer betreute er rund 80 Doktorandinnen und Doktoranden und verstand es, Wissenschaft und Praxis auf vielf?ltige Weise miteinander zu verbinden. Er war Strafverteidiger und Schiedsrichter. In zahlreichen Verfahren stand er dem Bayerischen Senat als Berater und Prozessvertreter zur Seite; eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet ihn mit namhaften Münchener Kanzleien.
Unserer Fakult?t hielt Ekkehard Schumann trotz ehrenvoller Rufe an die Universit?ten Hamburg und Augsburg bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 die Treue und versah für sie 1969/70 das Amt des Dekans in schwierigen Jahren, die von studentischen Unruhen gepr?gt waren.
Ekkehard Schumann z?hlt zu den bedeutenden und einflussreichen Rechtsgelehrten der Gegenwart. Die zu seinem 70. Geburtstag 2001 von Peter Gottwald und Herbert Roth herausgegebene Festschrift weist ihn als Prozessualisten mit national wie international gr??tem Ansehen aus. Zu den auff?lligsten Kennzeichen seiner Arbeit z?hlt sicherlich die Verbindung des Zivilprozessrechts mit dem Verfassungsrecht. Den Kompetenzkonflikt zwischen Verfassungs- und Fachgerichtsbarkeit, den Ekkehard Schumann zum Thema seiner Dissertation gemacht hatte, l?st das Bundesverfassungsgericht bekanntlich bis heute anhand der ?Schumann’schen Formel“. Anl?sslich des 50-j?hrigen Jubil?ums dieser Formel haben unsere Fakult?t und die Regensburger Juristische Studiengesellschaft Ekkehard Schumann 2013 mit einem wissenschaftlichen Symposium geehrt, an dem über 150 Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland teilnahmen.
Mit seiner jahrzehntelangen Mitarbeit am Stein/Jonas, dem Flaggschiff der?? Kommentarliteratur zum deutschen Zivilprozessrecht, hat er weitere Ma?st?be gesetzt. Als bis heute ?unerreicht“ (Herbert Roth) muss seine ?Einleitung“ zur 20. Auflage des Gro?kommentars aus dem Jahr 1979 gelten, mit der sich Ekkehard Schumann schon in frühen Jahren als der prozessuale Virtuose zwischen Tradition und Moderne ausgewiesen hatte, der er bis zu seinem Tode geblieben ist. Der Schaffensdrang und die Schaffenskraft des ?Emeriten aus Lappersdorf“, wie er sich scherzhaft selbst gerne nannte, blieb ungebrochen, im Zivilprozessrecht gibt es kaum eine Grundfrage, der er sich nicht schon gewidmet h?tte.
Die Fakult?tspolitik zu verfolgen und an den aktuellen hochschulpolitischen Entwicklungen Anteil zu nehmen, war für Ekkehard Schumann ebenso selbstverst?ndlich. Eine Fakult?tsveranstaltung, eine Examensfeier oder ein Professorium in seiner Abwesenheit mag es in den vergangenen Jahren durchaus gegeben haben, aber sicher nicht ohne einen guten Grund. Doch konnte man Anzeichen dafür, auf die Tagespolitik an der Fakult?t Einfluss nehmen zu wollen, bei Ekkehard Schumann vergeblich suchen. Es war stattdessen seine offene, zugewandte und humorvolle Art, die ihn als
Ansprechpartner und verl?sslichen Ratgeber auszeichneten und für die er in seinem Kollegenkreis gro?es Ansehen genoss. Auch den Regensburger Studenten ist er als Veranstalter regelm??iger Seminare weiterhin bestens bekannt gewesen. Seine Offenheit gegenüber den technischen Entwicklungen und sein Selbstverst?ndnis, mit ihnen Schritt halten zu wollen, zeigen sich nicht zuletzt in seinen Lehrveranstaltungen, etwa zur Digitalisierung in der Justiz. Nicht rückblickend, sondern zukunftsgerichtet waren auch seine stark nachgefragten Seminare zum nationalsozialistischen Unrecht.
Ganz besonders lag Ekkehard Schumann aber der intensive fachliche und pers?nliche Austausch am Herzen. Den Rahmen hierfür bildeten regelm??ige und nicht selten auf seine Initiative hin stattfindende Abendessen beim ?Lieblingsitaliener“ mit Familienangeh?rigen und Freunden und mit Kollegen und seinen Mitarbeitern. Dabei war es nicht zuletzt seiner integrativen Pers?nlichkeit zuzuschreiben, dass sich die an die Fakult?t neu berufenen Kolleginnen und Kollegen in Regensburg rasch aufgenommen fühlen. Und es waren vor allem diese Zusammenkünfte, durch die wir neben dem Wissenschaftler und Hochschullehrer auch den Menschen Ekkehard
Schumann kennenlernen durften. Besonders dafür sind wir ihm dankbar.
Michael Heese und Tonio Walter zum 90. Geburtstag von Prof. Dr. Dr h.c. Ekkehard Schumann in JZ 2022, 27 (leicht gekürzt und angepasst durch Petra Fexer)
Zum Interview mit Herrn Prof. Ekkehard Schumann anl?sslich seines 90. Geburtstags
Der Pr?sident der Universit?t, Prof. Dr. Udo Hebel, hat unserer langj?hrigen Lehr-beauftragten Dr. Bettina Mielke im Beisein des Dekans der Fakult?t für Rechtswissenschaft, Prof. Dr. Thorsten Kingreen, die Ernennungsurkunde zur Honorarprofessorin für "Rechtsinformatik und digitales Recht" überreicht.
Frau Prof. Mielke ist die erste Honorarprofessorin nicht nur in der Geschichte unserer Fakult?t, sondern der gesamten Universit?t. Es wurde Zeit!
Wir freuen uns und gratulieren sehr herzlich!
Bastian Reinsch (Prof.in Dr. Anna Bernzen) und Felix Summerer (Lehrstuhl Prof. Dr. Michael Heese), beide Jurastudenten an der Universit?t Regensburg, errangen den Sieg beim ELSA Deutschland Moot Court 2024, einem renommierten Gerichtsimulationswettbewerb. In diesem Wettbewerb schlüpfen die Studierenden schon w?hrend ihres Studiums in die Rolle von Anw?lten, um fiktive Mandanten in simulierten Rechtsf?llen zu vertreten. Entscheidend für den Erfolg ist, die Richter durch überzeugende juristische Argumentation und souver?nes Auftreten für sich zu gewinnen.
Nach seinem Erfolg beim Regensburger Lokalentscheid im Januar 2024 setzte sich das Regensburger Team beim Nationalentscheid in Berlin gegen zw?lf andere Teams durch und erhielt besondere Anerkennung für seine herausragende Klageschrift. Im Bundesentscheid, dem Finale des Wettbewerbs, trafen sie am Freitag, den 28. Juni 2024, auf das Team der Universit?t Osnabrück.
In diesem Sommersemester dürfen wir wieder die neuen Studierenden an der Fakult?t willkommen hei?en. Studiendekanin Prof. Dr. Claudia Mayer und Dekan Prof. Dr. Thorsten Kingreen sowie Studiengangskoordinatorin Dr. Petra Fexer begrü?ten unsere neuen Studierenden im Rahmen der Einführungstage.
Foto: Mareike Schroeder
Friedrich-Christian Schroeder wurde am 14. Juli 1936 in Güstrow in Mecklenburg geboren. Nach dem Krieg zog die Familie nach Lübeck, wo Schroeder 1955 das Abitur ablegte – am humanistischen Katharineum, wo vor ihm schon Thomas Mann und Gustav Radbruch zur Schule gegangen waren. Es folgten das Studium der Rechtswissenschaft in Bonn, Berlin und München sowie 1959 das Erste juristische Staatsexamen, 1963 die Promotion, 1964 das Zweite Staatsexamen und 1968 die Habilitation, allesamt in München. Und noch 1968 erhielt Schroeder – 31 Jahre alt – einen Ruf an die gerade gegründete Universit?t Regensburg, der er bis zu seiner Emeritierung 2004 treu blieb, trotz Rufen an die Universit?ten Kiel (1972), Hamburg (1977) und Tübingen (1988).
Schon 1958, also noch vor seinem Ersten Staatsexamen, hatte Schroeder, des Russischen kundig, eine Monografie zum Strafrecht der Sowjetunion ver?ffentlicht, 1960 folgte eine kommentierte ?bersetzung des sowjetischen Strafgesetzbuchs. Schroeders Sprachkenntnisse und juristische F?higkeiten hatten Reinhart Maurach, damals Direktor des Instituts für Ostrecht, schon auf ihn aufmerksam werden lassen, als er noch studierte, und 1961 wurde Schroeder Assistent an Maurachs Lehrstuhl (bis 1967). 1973 folgte er Maurach als Direktor des Instituts für Ostrecht nach, und auch Schroeders Lehrstuhl in Regensburg trug die Bezeichnung ?für Strafrecht, Strafprozessrecht und Ostrecht“. Die Besch?ftigung mit dem Recht Osteuropas und Russlands bildete denn auch zeitlebens einen Schwerpunkt in der wissenschaftlichen T?tigkeit Schroeders, zu der es unter anderem geh?rte, im wissenschaftlichen Beirat sowohl des Freiburger Max-Planck-Instituts für (damals) ausl?ndisches und internationales Strafrecht als auch der Bundeszentrale für politische Bildung mitzuwirken (ausführliche Angaben zu Werdegang, ?mtern, Funktionen und Ver?ffentlichungen finden sich hier: www.uni-regensburg.de/rechtswissenschaft/strafrecht/walter/em-prof-dr-dres-h-c-schroeder/index.html). Eine Ehrendoktorwürde der Universit?t Wroc?aw (Breslau) war 1999 eine von zahlreichen Anerkennungen dieses Interesses und Engagements für das Recht ?stlich von Elbe und (ab 1990) Oder. 2010 kam eine Ehrendoktorwürde der Universit?t Huánuco hinzu (Peru).
Das wissenschaftliche Interesse und die Ver?ffentlichungen Schroeders waren allerdings von Anfang an weiter gespannt. Seine Dissertation, ver?ffentlicht mit dem Titel Der T?ter hinter dem T?ter, befasste sich mit einem Kernproblem des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuchs, der mittelbaren T?terschaft, und seine Habilitationsschrift galt einem Thema des Besonderen Teils, das waren die sogenannten Staatsschutzdelikte. Auch das renommierte Lehrbuch Reinhart Maurachs, das Schroeder fortführte, war eines zum Besonderen Teil. Im Leipziger Kommentar zum Strafgesetzbuch wiederum kommentierte Schroeder Vorschriften des Allgemeinen Teils. Zum Strafprozessrecht ver?ffentlichte er 1993 ein Lehrbuch mit Folgeauflagen. Auch rechtsgeschichtlich war Schroeder von Beginn seiner Laufbahn an interessiert, namentlich mit Blick auf die in Regensburg 1532 verabschiedete Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. (Constitutio Criminalis Carolina). Insgesamt ver?ffentlichte er nicht weniger als drei?ig Monografien und hunderte von Aufs?tzen zu unterschiedlichsten rechtswissenschaftlichen Themen, zudem zahlreiche Beitr?ge in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Neben dem wissenschaftlichen Wirken stand stets das rechtspolitische, einmal durch die Mitwirkung als Berater und in Gremien, etwa als Mitglied einer Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages zur Aufarbeitung der Folgen der SED-Diktatur in den neuen Bundesl?ndern; ferner durch eine Reihe rechtspolitischer Publikationen, etwa zur Reform des Sexualstrafrechts. ?u?ere Anerkennung von Schroeders wissenschaftlichem Werk und seiner rechtspolitischen Arbeit waren neben den schon genannten Ehrendoktorwürden 1989 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1998 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, 2001 der Bayerische Verdienstorden und 2008 das Ehrenzeichen des Ministeriums der Justiz der Ukraine, wo Schroeder seit 2004 Gastvorlesungen gehalten hatte.
Bis ins hohe Alter setzte Schroeder seine publizistische T?tigkeit ebenso fort wie Lehrveranstaltungen in Form von Seminaren, und er nahm regen und freundlichen Anteil am Leben seiner Fakult?t und jenes Lehrstuhls, den er dreieinhalb Jahrzehnte lang innegehabt hatte. Mit Friedrich-Christian Schroeders Tod am 26. M?rz dieses Jahres verliert die Regensburger Fakult?t für Rechtswissenschaft einen herausragenden Wissenschaftler und hochgesch?tzten Kollegen; und nicht wenige ihrer Mitglieder verlieren einen Freund.
Nach seiner Er?ffnungsrede, in der auch Herr Prof. Dr. Hartmann als neuer Lehrstuhlinhaber unserer Fakult?t feierlich begrü?t wurde, führte der Dekan, Prof. Dr. Kingreen, gewandt durch das Programm. Dem Gru?wort des Pr?sidenten der Universit?t Regensburg, Prof. Dr. Udo Hebel, folgte zu Beginn die Rede des Pr?sidenten des Landgerichts Regensburg, Dr. Clemens Prokop.
Die zwei m?nnlichen Jahrgangsbesten, Herr David Lin? und Herr Florian Stockinger, lie?en in ihrer Absolventenrede humorvoll die zahlreich erschienenen G?ste der Fakult?tsfeier an ihren nicht immer ganz einfachen Weg zum 1. Staatsexamen teilhaben. Im Anschluss daran erhielten nicht nur die 80 anwesenden erfolgreichen Absolvent:innen? des Termins 2023/II feierlich ihre Abschlussurkunden überreicht, auch die zehn anwesenden frischgebackenen Doctores wurden durch Forschungsdekan Prof. Dr. Hellgardt auf der Bühne geehrt. Preise erhielten auf Seiten der Examensabsolvent:innen Frau Anna-Lena Hausleitner und Frau Katharina Philipp (JZ-Preis für die Jahrgangsbesten des Termins 2023/II) sowie Herr Nico Gro