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Veranstaltungen

Vorlesung

R?mischer Imperialismus: Rom und die mediterrane Welt 264-133 v.Chr.

Do 10:00-12:00 ct.??? H20

Prof. Dr. Angela Ganter

Kommentar:

Als Rom im Jahre 264 v. Chr. zum ersten Mal über Italien hinaus ausgriff, als zum ersten Mal ein r?mischer Consul Italien verlie?, beherrschte Rom bereits ein kompliziertes System direkter und indirekter Herrschaft. Im Zuge der r?misch-punischen Kriege sowie der Eingriffe im griechischen Osten wurde das durch provinciae erg?nzte Herrschaftssystem noch komplexer. Die Vorlesung zeichnet r?mischen Imperialismus in der Phase der Mittleren Republik nach, indem sie zun?chst die Kriege mit Karthago in der westlichen, dann die Auseinandersetzungen mit hellenistischen Herrschern sowie griechischen Koina in der ?stlichen Mittelmeerwelt beschreibt. Welche Kr?fte trieben die Expansion an? Welche herrschaftssoziologischen Voraussetzungen für den r?mischen Imperialismus lassen sich ausmachen und welche gesellschaftlichen Ver?nderungen gingen mit Roms Aufstieg zur mediterranen Weltmacht einher? Dabei soll nicht allein eine emische, sondern auch eine etische Perspektive eingenommen werden. Denn für Roms Sieghaftigkeit mussten nicht nur Hühner trinken, sondern auch viele Menschen ihr Leben lassen. Das Bild von der ?Wolke im Westen“ (Polyb. 5,104), die sich bedrohlich über die ?stliche Mittelmeerwelt ausbreitete, schildert Empfindungen der Betroffenen und verweist auf Jahrzehnte der Unsicherheit. Aber auch für die r?mische Welt selbst stellt sich am Ende die Frage, ob das altangestammte Bild von der klassischen Republik als einer Phase der Konsolidierung h?lt.

Literatur:

?(Auswahl) Bleicken 51999 = J. Bleicken, Geschichte der R?mischen Republik (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 2), München 62004 (zuerst 1980). – mit Forschungsteil Bl?sel 2015 = W. Bl?sel, Die r?mische Republik. Forum und Expansion, München 2015. Bringmann 2002 = K. Bringmann, Geschichte der R?mischen Republik. Von den Anf?ngen bis Augustus, München 2002. CAH VII.2 und VIII = The Cambridge Ancient History, vol. VII.2 (The Rise of Rome to 220 B.C., 1989) und vol. VIII (Rome and the Mediterranean to 133 B.C., 1989). Crawford 1984 = M. Crawford, Die r?mische Republik, München 1984 (zuerst engl. 1978). Jehne 32013 = M. Jehne, Die R?mische Republik. Von der Gründung bis Caesar, München 32013 (zuerst 2006). Heuss 102007 = A. Heuss, R?mische Geschichte. Herausgegeben, eingeleitet und mit einem neuen Forschungsteil versehen von J. Bleicken, W. Dahlheim und H.-J. Gehrke, Paderborn etc. 102007 (zuerst 1960). Rosenstein/Morstein-Marx (Hgg.) 2007 = N. Rosenstein, R. Morstein-Marx (Hgg.), A Companion to the Roman Republic (Blackwell Companion to the Ancient World), Oxford 2007. Sommer 2013 = M. Sommer, R?mische Geschichte, 1. Bd.: Rom und die antike Welt bis zum Ende der Republik, Stuttgart 2013. Weiterführende einschl?gige Literatur Rosenstein 2012 = N. Rosenstein, Rome and the Mediterranean, 290 to 146 BC. The Imperial Republic, Edinburgh 2012. Sabin/van Wees/Whitby 2007 = Ph. Sabin, H. van Wees, M. Whitby, The Cambridge History of Greek and Roman Warfare, 2 vols., Cambridge 2012. A) Die r?misch-punischen Kriege Ameling 1993 = W. Ameling, Karthago. Studien zu Milit?r, Staat und Gesellschaft, München 1993. Heftner 22005 = H. Heftner, Der Aufstieg Roms. Vom Pyrrhoskrieg bis zum Fall von Karthago (280 –146 v. Chr.), Regensburg 22005. Hoyos 1998 = D. Hoyos, Unplanned Wars. The Origins of the First and Second Punic Wars, Berlin 1998. Hoyos (Hg.) 2011 = D. Hoyos (Hg.), A Companion to the Punic Wars, Malden MA 2011. Scardigli 1991 = B. Scardigli, I trattati romano-cartaginesi, Pisa 1991. Seibert 1993a = J. Seibert, Hannibal, Darmstadt 1993. Seibert 1993b = J. Seibert, Forschungen zu Hannibal, Darmstadt 1993. Walbank 1957–1979 = F. Walbank, A Historical Commentary on Polybius, 3 vols., Oxford 1957–1979. Zimmermann 32013 = K. Zimmermann, Rom und Karthago (Geschichte kompakt), Darmstadt 32013. B) Roms Ausgreifen in den Osten Astin 1967 = A. E. Astin, Scipio Aemilianus, Oxford 1967. Astin 1978 = A. E. Astin, Cato the Censor, Oxford 1978. Badian 1958 = E. Badian, Foreign Clientelae (264–70 B.C.), Oxford 1958. Champion (Hg.) 2004 = C. B. Champion, Roman Imperialism. Readings and Sources, Malden MA 2004. Dahlheim 1977 = W. Dahlheim, Gewalt und Herrschaft. Das provinziale Herrschaftssystem der r?mischen Republik, Berlin 1977. Eckstein 2008 = A. Eckstein, Rome Enters the Greek East, Malden MA 2008. Gruen 1984 = E. Gruen, The Hellenistic World and the Coming of Rome, 2 vols., Berkeley 1984. Hoyos (Hg.) 2013 = D. Hoyos (Hg.), A Companion to Roman Imperialism, Leiden 2013. Pfeilschifter 2005 = R. Pfeilschifter, Titus Quinctius Flamininus. Untersuchungen zur r?mischen Griechenlandpolitik, G?ttingen 2005. Schmidt 1992 = H. H. Schmidt, Rom und die griechische Welt. Von der Frühzeit bis 133 v. Chr., München 1992. C) Soziale Konsequenzen der Expansion Baltrusch 1988 = E. Baltrusch, Regimen morum. Die Reglementierung des Privatlebens der Senatoren und Ritter in der r?mischen Republik und frühen Kaiserzeit, München 1988. Beck 2005 = H. Beck, Karriere und Hierarchie. Die r?mische Aristokratie und die Anf?nge des cursus honorum in der mittleren Republik (Klio Beihefte. Neue Folge Bd. 10), Berlin 2005. Bleckmann 2002 = B. Bleckmann, Die r?mische Nobilit?t im Ersten Punischen Krieg. Untersuchungen zur aristokratischen Konkurrenz in der Republik, Berlin 2002. Ferrary 22014 = J.–L. Ferrari, Philhellénisme et impérialisme. Aspects idéologiques de la conquête romaine du monde hellénistique, de la seconde guerre de Macédoine à la guerre contre Mithridate, Rom 22014 (11988). Rosenstein 2004 = N. Rosenstein, Rome at War. Farms, Families, and Death in the Middle Republic, Chapel Hill 2004. Rüpke 1990 = J. Rüpke, Domi militia. Die religi?se Konstruktion des Krieges in Rom, Stuttgart 1990. Scholz 2011 = P. Scholz, Den V?tern folgen. Sozialisation und Erziehung der republikanischen Senatsaristokratie, Berlin 2011. Walter 2004 = U. Walter, Memoria und res publica. Zur Geschichtskultur im republikanischen Rom, Frankfurt/M. 2004. Zanda 2011 = E. Zanda, Fighting Hydra-like Luxury. Sumptuary Regulation in the Roman Republic, London 2011.

Leistungsnachweis:

e-Klausur,? Anwesenheitsnachweis (Latinisten): Unterschriftenlisten Essay (Master)


Hauptseminare

Philosophenk?nige und hustende Pferde: Antike Verfassungsdebatten im historischen Kontext

DO? 08.00-10.00 ct. ? ? ? VG 1.36

Prof. Dr. Angela Ganter?

Kommentar:

Welche Regierungsform ist die beste? Verfassungsdebatten sind Bestandteil bürgerlichen Alltags und hatten in der Antike Konjunktur. Dabei handelte es sich nicht um blutleere theoretische Abhandlungen. Vielmehr hatten diese ihren Sitz im Leben. Inwiefern spiegeln sich in Herodots Verfassungsdebatte (Hdt. 3,80–82), die als erste überhaupt die drei Verfassungsformen Monarchie, Aristokratie und Demokratie miteinander kontrastiert, Erfahrungen der Perserkriege, inwiefern versteckt sich hinter einem hustenden Pferd zeitgen?ssische Kritik an der Praxis athenischer Demokratie, als sich Athen im attischen Seebund au?enpolitisch zu einer ?tyrannischen Polis“ entwickelte? Inwiefern verarbeitet Platon, wenn er nach der besten Verfassung und einem Philosophenk?nig sucht (Plat. rep. 8–9; polit. 303c; leg. 4,715a–c), die für die athenische Gesellschaft einschneidenden Erfahrungen des verlorenen Peloponnesischen Krieges, an dessen Ende sein Lehrer Sokrates sterben musste? Inwiefern wurden die r?mischen Gegebenheiten der Mittleren Republik für den hohen griechischen Beamten Polybios, der als Kriegsgefangener in das Haus der m?chtigen Scipionen gelangte, zu solch einem Vorbild, dass er die Mischverfassung idealisierte und den Kreislauf der Verfassungen zu einem Geschichtsmodell erhob (Polyb. 6)? Inwiefern spiegeln Ausführungen bei Cassius Dio (Cass. Dio 52,1–18) Erfahrungen mit dem Principat? Ausgew?hlte Konstellationen solch berühmter Verfassungsdebatten stehen im Zentrum des Seminars. Dabei geht es einerseits darum, die lebensweltlichen Kontexte verschiedener Verfassungsdebatten zu erschlie?en. Andererseits soll die mediale Praxis der Debatten thematisiert werden. Denn die Texte, die wir als Bestandteile von Historiographie oder philosophischen Abhandlungen greifen, sind Ergebnisse von Auseinandersetzungen in der Volksversammlung oder beim Gastmahl.

Literatur:

Herodot 3,80–82; Platon, Politeia, Bücher 8–9; Polybios, Buch 6; Cassius Dio, Buch 52

Leistungsnachweis: ?

Regelm??ige Teilnahme, Referat und Hausarbeit


Die r?mischen Agrarschriftsteller und der r?mische Gutsbetrieb - Ein Blick über 6 Jahrhunderte

MO 14:00-16:00 ct.???? ZH1

Dr. Heinrich Konen

Kommentar:

Die antiken Gesellschaften waren landwirtschaftlich gepr?gt, sowohl in ihren ?konomischen als auch in ihren sozialen, kulturellen und religi?sen Strukturen. Der Erforschung der antiken Landwirtschaft in all‘ ihren Facetten kommt daher eine zentrale Rolle für ihre Erkl?rung zu. Die Agronomen Cato, Varro, Columella und Palladius sind dabei als ?Schlüsselquellen“ zu betrachten, die uns für verschiedene Zeitphase tiefe und vielf?ltige Einblicke in die Strukturen und Entwicklungen gew?hren – Einblicke, die durch eine Fülle weiterer antiker literarischer Texte, arch?ologischer Fundstücke und Fundkontexte, epigrafischer und numismatischer Quellen und sogar naturwissenschaftlicher Analyse-Ergebnisse noch weiter vertieft werden k?nnen. Nicht zuletzt hierdurch ist z.B. das durch die historiografische Tradition bedingte Bild eines stetigen Niedergangs des italischen Bauerntums zwingend zu korrigieren, und zwar zumindest dahingehend dass es vielerorts in Italien und im Reich eine auf den Markt hin orientierte, florierende, hochentwickelte und innovative Landwirtschaft bis weit in die Sp?tantike hinein gegeben hat. In der Lehrveranstaltung gilt es also darum, die besondere Qualit?t der uns überlieferten r?mischen Handbücher zur Landwirtschaft herauszufiltern und zu kl?ren, wie repr?sentativ für die Gesamtheit z.B der italischen Landwirtschaft gewesen ist.

Literatur:

Bender, H.: Agrargeschichte Deutschlands in der r?mischen Kaiserzeit innerhalb der Grenzen des Imperium Romanum, in: J.Lünig, A. Jockenh?vel, T.Capelle (Hgg.): Deutsche Agrargeschichte. Vor- und Frühgeschichte, 1997, 263-374; Dohr, H.: Die italischen Gutsh?fe nach den Schriften Catos und Varros, K?ln 1965; Flach, D.: R?mische Agrargeschichte, München 1990; Hollander, D. B.: Farmers and Agriculture in the Roman Economy, London 2019; Kaltenstadler, W.: Arbeitsorganisation und Führungssystem bei den r?mischen Agrarschriftstellern (Cato, Varro, Columella), Berlin 1978; Kehoe, D. P: Investment, profit, and tenancy: The jurists and the Roman agrarian economy. Ann Arbor 1997; Spurr, M. S.; Arable cultivation in Roman Italy: c. 200 B.C.–c. A.D. 100." Journal of Roman Studies Monographs 3. London 1986; Temin, P.: The Roman Market Economy, Princeton / New Jersey, 2013; Tietz W.: Hirten, Bauern, G?tter. Eine Geschichte der r?mischen Landwirtschaft. München 2015; White, K. D. Roman Farming. Ithaca, NY 1970; Ders. Farm Equipment of the Roman World. Cambridge, UK: Cambridge University Press, 1975.

Leistungsnachweis:

Regelm??ige Teilnahme, Referat und Hausarbeit


Das griechische Kreta – gesellschaftliche und politische Strukturen

DO 12.00-14.00 ct.??????????? S 0.15

Dr. Oliver Grote

Kommentar:

Das griechische Kreta bietet mit Blick auf die soziopolitische Entwicklung ein zwiesp?ltiges Bild: Einerseits finden wir in einer Inschrift des 7. Jhs., im sog. Amtsgesetz aus Dreros, nicht nur die früheste Nennung der Polis, sondern in Gestalt der vielfach erhaltenen Inschriften auch eine frühe Blüte der Gesetzgebung. Andererseits gilt Kreta mit Blick auf seine soziopolitische Entwicklung als konservativ und im (unvoll-)st?ndigen Werden begriffen, so dass in der Forschung die archaische Epoche auf Kreta oftmals bis weit ins 4. Jh. verl?ngert wird. In diesem Spannungsfeld und vor dem Hintergrund einer besonders reichhaltigen Quellenlage – so liegen neben den Inschriften auch literarische Zeugnisse sowie neuerdings auch vielversprechende arch?ologische Siedlungsbefunde vor – untersuchen wir in diesem Seminar politische und gesellschaftliche Entwicklungen auf Kreta seit dem 7. Jh. M?gliche Themen bilden politische Partizipation und Institutionalisierung, die Einrichtung eines Ausbeutungssystems abh?ngiger Bev?lkerungsgruppen, die Herausbildung einer aristokratischen Schicht trotz bürgerstaatlicher Strukturen oder die Systematisierung rechtlicher Vorschriften. Somit nutzen wir das Beispiel Kretas als willkommene Fallstudie für die Entstehung und Entwicklung des Ph?nomens der Polis als Form des soziopolitischen Zusammenlebens von Bürgern.

Literatur:

Einführende Literatur: H.-J. Gehrke, Gewalt und Gesetz. Die soziale und politische Ordnung Kretas in der archai-schen und klassischen Zeit, in: Klio 79 (1997), 23–68; St. Link: Das griechische Kreta, 1994; W.-D. Niemeier u.a.: Kreta in der geometrischen und archaischen Zeit, 2013; G. Seelentag: Das archaische Kreta. Institutionalisierung im frühen Griechenland, 2015; S. Wallace: Ancient Crete. From Successfull Collapse to Democracy's Alternatives, 2010; R. Willetts: Aristocratic Society in Ancient Crete, 1955

Leistungsnachweis: <